Zu Beginn der 80iger kamen in der Bundesrepublik wiederum neue politische Strömungen auf. Ein Teil der Jugendlichen schloss sich der neuen ökologischen Bewegung oder der Friedensbewegung an. Infolge des politischen Bankrotts der sozial-liberalen Regierung wandte sich ein Teil der Jugend wieder den christdemokratischen Parteien zu.

Getragen von den bis dahin größten Mitgliederzahlen und einem hohen Mobilisierungsgrad erreichten nicht nur die innerparteilichen Veranstaltungen der Jungen Union Köln eine hohe Quantität und Qualität, sondern auch der Bundestagswahlkampf von 1983. 

Inhaltlich wurden in den 1980igern im Grunde die Themen innerhalb der Jungen Union besprochen, die noch Mitte der 1990iger Jahre aktuell sind: Verschuldung der Kommunen, Strukturelle Probleme der Verwaltung, Förderung junger Familien, Ausbildungsplatzsicherung usw. Allerdings wurden diese Themen in diesen Jahren nicht sehr intensiv diskutiert, da der Wirtschaftsaufschwung Mitte der 1980iger Jahre viele dieser Probleme verdeckt.

Die wirklich gesellschaftlich breit diskutierten Themen wurden von anderen besetzt. Die Friedensbewegung gegen die Nachrüstung und der aufkommende Anti-Amerikanismus einerseits und der „ökologische Aufbruch“ durch die Grünen andererseits beherrschten die öffentliche Diskussion. Die Zuwendung vieler Jugendlicher mit bürgerlicher Herkunft hin zu den Grünen oder den linken Subkulturen hätte eigentlich ein entschlossenes Handeln der Jungen Union von Nöten gemacht. Doch die noch satten Wahlergebnisse bei Landtags- und Bundestagswahlen hatten wohl zu einer gewissen Lethargie in den Reihen der Jungen Union geführt. Die Tätigkeit der Arbeitskreise der Jungen Union Köln war nur mäßig und regten kaum eine breitere Diskussion in der Partei an. Relativ große Auswirkungen gingen hingegen von den Stadtbezirken und Ortsverbänden aus, die seit ihrer Gründung in den 70igern die Arbeit in den Wahlkreisen und den geselligen Aktivitäten vor Ort übernahmen.